Wollige Landschaftspfleger

Beweidung von Streuobstwiesen und Grünland in Rodenbach mit Schafen und Alpakas


Streuobstwiesen sind ein Musterbeispiel für Kulturlandschaftselemente, die im Übergangsbereich von Städten und Dörfern zur offenen Landschaft und damit im unmittelbaren Lebensumfeld zahlreicher Menschen liegen und die des Erhalts durch Nutzung und Pflege bedürfen. Sie besitzen eine hohe Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität, die regionale Identität, Landschaftsbild und Erholungsfunktion sowie als Ort der Umweltbildung. Hochgradig durch Flächenreduktion, fehlende Pflege und Nutzungskonzepte gefährdet, stehen sie seit längerem im Fokus von Naturschutz-Bemühungen.

Darüber hinaus droht gerade im eng von Wald umgebenen Oberrodenbach die zunehmende Verbuschung und Verwaldung durch viele über Jahre hinweg brachliegende Grundstücke und Flächen.

Unser Konzept beeinhaltet die Beweidung von Brachen und Streuobstwiesen durch Schafe und Alpakas. Neben eigenen und gepachteten Flächen möchten wir die Beweidung auch für jene Grundstückseigentümer anbieten, die aus diversen Gründen wie Alter, Krankheit oder räumlicher Entfernung nicht mehr in der Lage sind die Pflege persönlich sicherzustellen.

Durch die Zucht der auf der Roten Liste der alten und gefährdeten Nutztierrassen stehenden Skuddenschafe ist das Projekt von zusätzlicher Naturschutz-Relevanz.

Lebensraum Streuobstwiese


Streuobstwiesen sind seit Jahrhunderten eine typische mitteleuropäische Kulturlandschaft. Sie liegen im Übergangsbereich von Städten und Dörfern zur offenen Landschaft und damit im unmittelbaren Lebensumfeld zahlreicher Menschen. Da sie als Kulturlandschaft von Menschen geschaffen wurden, bleiben sie nur durch Nutzung und Pflege erhalten.

Streuobstwiesen besitzen eine große Bedeutung für den Erhalt der Biodiversität (sie bieten bedrohten Tier- und Pflanzenarten einen Ersatzlebensraum), für die regionale Identität und Produktion regionaltypischer Produkte, das Landschaftsbild und die Erholungsfunktionen sowie für die Naturbildung. Aufgrund dieser Besonderheiten ist der Schutz von Streuobstwiesen in unserem Raum sehr wichtig.

Gleichzeitig unterliegen Streuobstwiesen jedoch einer Vielzahl an Gefährdungen durch Infrastrukturmaßnahmen, Siedlungserweiterungen sowie fehlende Pflege und Nutzung, die in der Summe zu fortlaufender Flächenreduktion und Fragmentierung führen. In den letzten einhundert Jahren sind in Deutschland 90% der ehemals vorhandenen Streuobstwiesen verschwunden.

Der Erhalt einer Streuobstwiese

Für die Pflege des Unterwuchses unter den Obstbäumen gilt: Es ist großer Wert darauf zu legen, dass Streuobstwiesen gemäht und/oder beweidet werden. Brachen sollten vermieden oder zurückgedrängt werden.

Lebensraum in Gefahr


Demoskopisch leben wir in einer Situation, in der sich in den nächsten 10 bis 15 Jahren ein „Fenster“ schließt. Viele Eigentümer sind auf Grund ihres Alters nicht mehr in der Lage, die Pflege persönlich sicherzustellen. Die Nachkommen sind in überwiegendem Maße nicht mehr vor Ort oder an den Streuobstwiesen nicht interessiert – aus ganz unterschiedlichen Gründen.

Beonders in Oberrodenbach, wo es keine großen zusammenhängenden Flächen gibt, ist die Bewirtschaftung für Landwirte und Wanderschäfer zudem unattraktiv.

Die schleichende Folge ist, dass immer mehr Grundstücke nicht gepflegt werden oder im anderen Extrem gerodet und als Freizeitgrundstücke intensiv genutzt werden. Brachliegende Grundstücke drohen dabei schnell zu verbuschen und der Wald rückt immer näher an den Ort heran.

Wir sind daher überzeugt, daß eine Beweidung mit gefährdeten Schafrassen und Alpakas für die Pflege von Streuobstwiesen und kleinstrukturiertem Grünland eine gute Lösung ist und sich so nicht nur eine Vielfalt in der Landschaft, sondern auch bei den Weidetieren erhalten lässt. Durch das Projekt können eventuell sogar
weitere Personen für die Haltung gefährdeter Rassen gewonnen werden.